Im Jahr 1956 wurden die ersten Häftlinge
entlassen, unter ihnen auch 2 Neffen von Pu Yi. Er selber rechnete schon lange
nicht mehr damit, jemals das Gefängnis verlassen und als freier Mensch leben zu
dürfen. Aus diesem Grund spendete er der Volksrepublik auch seine ganzen
Kostbarkeiten, die er ja für die Zeit in der Freiheit aufbewahrt hatte. Auch
wenn er schrieb, er habe die Hoffnung, Peking jemals wieder zu sehen,
aufgegeben, war ich mir sicher, dass er im Innersten doch noch ein bisschen
Hoffnung hegte. Er versuchte weiterhin ein vorbildlicher Häftling zu sein und
spielte sogar in einem Theaterstück mit und war, laut eigener Aussage, einer
der fleissigsten Insassen. Zudem ermöglichte ihm eine neue Aufgabenteilung, im
Krankenzimmer zu helfen, wodurch er Gefallen an der Medizin fand. Von da an war
es sein Traum Arzt zu werden. Für dieses Ziel studierte er dutzende Bücher.
Am 14.September 1959 stellte Mao Tse-tung, Vorsitzender des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, den Antrag an den Nationalen Volkskongress, wonach einige Kriegsverbrecher, aus Anlass der Zehnjahresfeier der Gründung der Nation der Grossen Volksrepublik China, begnadigt werden sollte. Als diese erfreuliche Botschaft im Gefängnis von Fuschun ankam, löste es einenFreudentaumel aus. Der einzige, der sich zurückhielt, war Pu Yi. Er schätzte seine Chancen sehr schlecht ein, frei zukommen. Und dies aus gutem Grund, denn in welchem anderen Land überlebten Herrscher, die Kriegsverbrechen und Hochverrat am eigenen Land begangen hatten, eine Revolution? Ich teile die Ansicht von Pu Yi, dass er glücklich sein konnte noch am Leben zu sein.
Doch es kam alles ganz anders. Als die Häftlinge zu einer Versammlung in die grosse Halle gerufen wurden, stand auf einem Schriftband: „Fuschun Kriegsverbrechergefängnis Gnadenversammlung“. Alle setzten sich. Nach einer kurzen Einleitung rief der Direktor: „Aisin Gioro Pu Yi“. Er schrak auf und ging nach vorne. Er bekam ein Schriftstück ausgehändigt, auf dem stand: „Bekanntmachung des Gnadenerlasses des Obersten Volksgerichts der Volksrepublik China.“ Pu Yi konnte es kaum fassen und brach in Tränen aus. Er kam tatsächlich frei, nach über 10 Jahren hinter Gitter. Ich denke, auch wenn einiges doch gegen eine Begnadigung, vor allem schon nach 10 Jahren, sprach, gab es doch Anzeichen dafür. Weshalb wollte die Regierung sonst, dass sich Pu Yi reformierte und die Ideologien des Kommunismus studierte?
Bereits 5 Tage nach seiner Begnadigung traf Pu Yi traf er in Peking ein, wo er auf seine Neffen und andere Verwandte traf. Alles war neu für ihn, deshalb gab es während dieser Zeit viele „Zum-Ersten-Mal-Erlebnisse“, wie zum Beispiel, als er zum Friseur ging und dort einen Haartrockner sah, - einen Gegenstand, den er vorher noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Aber auch das freie, eigenständige Spazieren auf dem Tiän An Men Platz war für ihn ein neues und ungewohntes Erlebnis. Alles, was für uns „normale“ Menschen alltäglich ist, war ihm nicht nur im Gefängnis sondern auch während seiner Zeit als Kaiser verwehrt geblieben, sodass er vieles erst mit 54 Jahren zum ersten Mal sah oder tat.
Wenige Wochen später kehrte er mit einigen ehemaligen Mitinsassen in die Verbotene Stadt zurück und war erstaunt aus welchem Glanz sie erstrahlte; alles war farbenfroh und neu, so wie er sich die Verbotene Stadt immer vorgestellt hatte. Dies zumindest war mein Eindruck.
Am 26. November 1960 bekam Aisin Gioro Pu Yi seinen Stimmausweis, den er selber als das Wertvollste betitelte, das er je besessen hatte. Ich habe das Gefühl, dass dieser Stimmausweis für ihn wie ein Beweis für seinen Wandel war und dass er sich jetzt nicht nur als Chinese fühlte, sondern auch einen Zeugnis dafür hatte.
Im Jahr 1961 wurde Pu Yi von der Regierung als Literatur- und Geschichtsforscher eingestellt. Seine Arbeit bestand in der Forschung und Aufarbeitung von literarischem und historischem Material. Er schrieb, dass er durch diese Arbeit viele Informationen für seine Autobiographie fand. Denn in den Jahren nach der Gefangenschaft wollte Pu Yi wohl endgültig mit der Vergangenheit abschliessen und somit alle Lügen, die er bis dahin mit sich trug, niederschreiben. Ich denke, dass das Verfassen dieses Buches ihm half die Vergangenheit zu verarbeiten, denn er beendete das Buch mit dem Absatz: „Das ist das neue Kapitel: Mein Heim, der Stimmausweis, die grenzenlose Aussicht, die vor mir liegen, werden mir täglich vor Augen führen, wie ich dieses Neue Leben gewann.“
Am 14.September 1959 stellte Mao Tse-tung, Vorsitzender des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, den Antrag an den Nationalen Volkskongress, wonach einige Kriegsverbrecher, aus Anlass der Zehnjahresfeier der Gründung der Nation der Grossen Volksrepublik China, begnadigt werden sollte. Als diese erfreuliche Botschaft im Gefängnis von Fuschun ankam, löste es einenFreudentaumel aus. Der einzige, der sich zurückhielt, war Pu Yi. Er schätzte seine Chancen sehr schlecht ein, frei zukommen. Und dies aus gutem Grund, denn in welchem anderen Land überlebten Herrscher, die Kriegsverbrechen und Hochverrat am eigenen Land begangen hatten, eine Revolution? Ich teile die Ansicht von Pu Yi, dass er glücklich sein konnte noch am Leben zu sein.
Doch es kam alles ganz anders. Als die Häftlinge zu einer Versammlung in die grosse Halle gerufen wurden, stand auf einem Schriftband: „Fuschun Kriegsverbrechergefängnis Gnadenversammlung“. Alle setzten sich. Nach einer kurzen Einleitung rief der Direktor: „Aisin Gioro Pu Yi“. Er schrak auf und ging nach vorne. Er bekam ein Schriftstück ausgehändigt, auf dem stand: „Bekanntmachung des Gnadenerlasses des Obersten Volksgerichts der Volksrepublik China.“ Pu Yi konnte es kaum fassen und brach in Tränen aus. Er kam tatsächlich frei, nach über 10 Jahren hinter Gitter. Ich denke, auch wenn einiges doch gegen eine Begnadigung, vor allem schon nach 10 Jahren, sprach, gab es doch Anzeichen dafür. Weshalb wollte die Regierung sonst, dass sich Pu Yi reformierte und die Ideologien des Kommunismus studierte?
Bereits 5 Tage nach seiner Begnadigung traf Pu Yi traf er in Peking ein, wo er auf seine Neffen und andere Verwandte traf. Alles war neu für ihn, deshalb gab es während dieser Zeit viele „Zum-Ersten-Mal-Erlebnisse“, wie zum Beispiel, als er zum Friseur ging und dort einen Haartrockner sah, - einen Gegenstand, den er vorher noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Aber auch das freie, eigenständige Spazieren auf dem Tiän An Men Platz war für ihn ein neues und ungewohntes Erlebnis. Alles, was für uns „normale“ Menschen alltäglich ist, war ihm nicht nur im Gefängnis sondern auch während seiner Zeit als Kaiser verwehrt geblieben, sodass er vieles erst mit 54 Jahren zum ersten Mal sah oder tat.
Wenige Wochen später kehrte er mit einigen ehemaligen Mitinsassen in die Verbotene Stadt zurück und war erstaunt aus welchem Glanz sie erstrahlte; alles war farbenfroh und neu, so wie er sich die Verbotene Stadt immer vorgestellt hatte. Dies zumindest war mein Eindruck.
Am 26. November 1960 bekam Aisin Gioro Pu Yi seinen Stimmausweis, den er selber als das Wertvollste betitelte, das er je besessen hatte. Ich habe das Gefühl, dass dieser Stimmausweis für ihn wie ein Beweis für seinen Wandel war und dass er sich jetzt nicht nur als Chinese fühlte, sondern auch einen Zeugnis dafür hatte.
Im Jahr 1961 wurde Pu Yi von der Regierung als Literatur- und Geschichtsforscher eingestellt. Seine Arbeit bestand in der Forschung und Aufarbeitung von literarischem und historischem Material. Er schrieb, dass er durch diese Arbeit viele Informationen für seine Autobiographie fand. Denn in den Jahren nach der Gefangenschaft wollte Pu Yi wohl endgültig mit der Vergangenheit abschliessen und somit alle Lügen, die er bis dahin mit sich trug, niederschreiben. Ich denke, dass das Verfassen dieses Buches ihm half die Vergangenheit zu verarbeiten, denn er beendete das Buch mit dem Absatz: „Das ist das neue Kapitel: Mein Heim, der Stimmausweis, die grenzenlose Aussicht, die vor mir liegen, werden mir täglich vor Augen führen, wie ich dieses Neue Leben gewann.“
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