Donnerstag, 12. Januar 2012

Illegale Aktivitäten in der Verbotenen Stadt


Mehrmals schreibt Pu Yi über die illegalen Machenschaften am Kaiserhof. Wie bereits erwähnt, wurden Minister öfters von Eunuchen reingelegt und danach erpresst. Diese konnten so grosse Summen Geld anhäufen. Doch dies war nicht einmal das Schlimmste.
Eunuchen, aber auch Minister, Wärter und sogar Personen, die das vollste Vertrauen Pu Yi’s genossen, raubten den Kaiser aus. Manchmal wurde es im Stillen getätigt, manchmal wurden aber sogar Türen aufgesprengt. Das Schlimme dabei war, dass Pu Yi nichts dagegen unternehmen konnte, denn die Diebstähle konnten meist nicht aufgeklärt werden, da die gestohlenen Gegenstände in keinem Inventar niedergeschrieben wurden. Man konnte sich jedoch denken, wie viele Bücher, Statuen und andere antike Reliquien gestohlen wurden, da die Anzahl der neuen Antiquitätenläden direkt ausserhalb der Verbotenen Stadt wuchs ständig an.
Pu Yi wusste, dass auch seine Wächter ungemein korrupt sein konnten und sah deshalb als einzigen Ausweg das gesamte Vermögen zu inventieren. Dieses Vorhaben wurde jedoch niemals abgeschlossen, denn früher oder später kündigten die Verantwortlichen, wohl  wegen Erpressung. Zudem erfuhr Pu Yi später, dass während dieser Inventarisierung noch mehr Eigentum abhandengekommen war als je zuvor.
Die Eunuchen wurden dann, wie bereits erwähnt, vom Hof vertrieben. Zudem versuchte Pu Yi mit Hilfe von Dscheng (persönlich von Pu Yi eingestellter Minister), Ordnung in die kaiserlichen Eigentümer zu bringen, den  Palast zu schützen (Reorganisation des Kaiserlichen Hofamtes) und die Unabhängigkeit des Kaisers zu verstärken. Er veranlasste viele verschiedene Neuregelungen, die ihm viele Feinde brachten - so viele Feinde, dass sogar gewisse Parlamentsabgeordnete die Übereignung der Verbotenen Stadt, und somit der Kaiserlichen Macht, zu Gunsten der Republik forderten. Dies wurde in der Presse ausführlich geschrieben und nicht viel später kamen noch mehr illegale Machenschaften des Kaiserhofs ans Licht (u.a. Verpfändung von kaiserlichem Eigentum durch Minister,...), was das Ansehen der kaiserlichen Familie beschädigte. Die Republik sah den einzigen Ausweg darin, ein Gesetz zum Schutz der alten Bücher und Antiquitäten zu erlassen.

Ich persönlich finde es unglaublich und schockierend, wie korrupt und hinterlistig Hofangestellte zu dieser Zeit in China waren, und dies obwohl jeder davon wusste. Der Kaiser konnte nicht einmal viel dagegen unternehmen, denn jeder konnte ja korrupt sein und seine mehrfachen Versuche, das Eigentum zu inventarisieren, waren nicht erfolgreich. Bisher habe ich solche Geschichten, in einem solchen Ausmass, noch von keinem anderen Königshof gehört.

Samstag, 7. Januar 2012

Züchtigung als Hobby

Pu Yi schrieb oft über seine Beziehung zu seinen Verwandten und Angestellten und wie schwierig es für ihn war, es vor allem seinen 4 Erleuchteten Müttern (nicht biologisch Mütter sondern Frauen, die sich wie seine Mütter benahmen und die er mehrmals die Woche besuchen musste) recht zu machen. Was ihm in frühen Jahren besonders auf die Nieren schlug war, dass ihm verschiedenste Personen nicht nur den Tagesablauf, sondern auch was er zu sagen und tun hatte, vorschrieben. Er wollte schon sehr früh mehr Verantwortung übernehmen, doch niemand traute es ihm zu.
Eine sehr enge Beziehung pflegte Pu Yi zu seiner Amme Wang Momo. Sie arbeitete schon vor seiner Geburt am Kaiserhof und nach seiner Geburt wuchs er an ihrer Brust auf. Sie bekam etwa zur gleichen Zeit ein Kind, welches leider starb. Davon erfuhr sie erst mehrere Jahre später, da ihr Kind nicht bei ihr aufwachsen durfte. Pu Yi sagt sogar, sie sei zu einer Milchkuh degradiert geworden, da der einzige Grund, wieso sie am Hof arbeitete, ihre gute Milch war. Sie wurde jedoch später entlassen als Pu Yi etwa 9 Jahre alt war. Nach seiner Begnadigung wollte er sie wieder finden, doch sie war bereits verstorben. Er liebte sie wie seine Mutter, naja sie war ja eigentlich seine Mutter, sie war die einzige die ihm humanes Denken beibrachte und die einzige die ihm jemals zu verstehen gab, dass Eunuchen auch Menschen mit Gefühlen sind. Sie war die einzige Person am ganzen Hof, die ihn oft vom Quälen anderer Menschen abhielt.
„Seine Majestät liebte körperliche Züchtigung“, so Pu Yi’s Lehrer. Im Buch beschreibt er oft wie er, meist unschuldige Eunuchen, bestrafen liess oder sogar selbst bestrafte. Er schreibt:
„Meine Angewohnheit, mir durch Quälerei die Zeit zu vertreiben, wurde von meiner Umgebung geradezu gefördert, war doch jeder stets bemüht, dem Kaiser in allem zu Gefallen zu sein. Zwar dozierten meine Erzieher oft und langatmig über philosophische Ideale wie „Humanität“ und „Gerechtigkeit“, aber dabei wagten sie es doch nie, meine Autorität in Frage zu stellen. Im Gegenteil: denn gerade sie waren es, die mir von klein auf mir ihrer unnatürlichen Haltung Autoritätsdünkel eingeflossen hatten.“
Es kommt mir so vor, als ob er die Schuld im Nachhinein auf andere Personen wälzen wolle. Wenn er wieder einmal von einer seiner Züchtigungen schreibt, ist es als hätte er es nur aus kindischer Dummheit getan. Trotzdem habe ich das Gefühl, als hätte er sich in den Jahren stark verändert. Wie stark werde ich ja noch sehen…

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Das Buch im Allgemeinen

Das Buch ist sehr interessant und gibt viele Einblicke in Pu Yi’s Leben. Die Kapitel sind nach einzelnen Lebensabschnitten des letzten Kaisers aufgeteilt, wie zum Beispiel in die Kindheit, Jugend in der verbotenen Stadt, Exil in Gärten usw. Diese Überkapitel sind zudem noch in kleinere Unterkapitel aufgeteilt, in denen wichtige Ereignisse und Personen in Pu Yi’s Leben beschrieben werden.
Obwohl das Buch durchaus spannend ist, muss man sich relativ viel Zeit nehmen beim Lesen, da das Buch in extrem kleiner Schrift verfasst ist. Zudem ist vor allem das erste Kapitel, in dem es um die Jahre vor Pu Yi geht,  sehr kompliziert geschrieben. Es kommen so viele verschiedene Namen von Palastarbeitern, ehemaligen Regenten, Regierungsbeamten und anderen einflussreichen Familien vor, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Es gibt zwar ein Namensverzeichnis, welches jedoch nicht sonderlich hilfreich ist, da gewisse Familiennamen nicht aufgelistet sind.
Einen besseren, bildlichen Eindruck verschaffen die viele Fotografien, da man sich durch sie gewisse Personen, Gebäude usw. genauer vorstellen kann.
Ich werde höchstwahrscheinlich ein Kapitel, welches mich persönlich nicht so sehr interessiert, auslassen, da das Buch mit weit über 400 Seiten sehr umfangreich ist.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Eunuchen

„Eunuchen, die mich anzogen, Eunuchen, die mich badeten, Eunuchen, die mit mir spielten, Eunuchen, die mir das Essen vorkosteten.“ Beim Lesen fällt einem sehr schnell auf, dass der Kaiser in China von sehr vielen, sogenannten Eunuchen, bei den alltäglichsten Aufgaben, Hilfe bekam. Doch was sind Eunuchen wirklich?
Das Wort Eunuch, stammt aus dem Griechischen und bedeutet <das Bett hüten oder bewachen>. Eunuchen gab es nicht nur in den chinesischen Dynastien, sie waren auch in vielen anderen Kulturen sehr begehrt. Eunuchen waren ausschliesslich männlichen Geschlechts und meist relativ jung. Sie wurden bereits im Kindesalter einer Kastration unterzogen, wobei, vor allem in China, auch der Penis entfernt wurde. Oft wurden die jungen Knaben von ihren Eltern an den Hof verkauft und danach ohne Betäubung kastriert.
Unter den chinesischen Palasteunuchen gab es eine strenge Hierarchie. Zuoberst waren die sogenannten Generaleunuchen, die oft wie Adelige lebten, da sie sich häufig durch Betrügereien und Erpressungen ein grosses Vermögen aneignen konnten. Zum Beispiel goss ein Eunuch einem Minister Wasser über die Zobeljacke und da der Minister auf dem Weg zur Kaiserinwitwe war, bat er den Eunuchen ihm eine Jacke zu borgen, und gab ihm für diesen Dienst Geld.  Die Generaleunuchen besassen die Befehlsgewalt über die Obereunuchen, welche wiederum über die gewöhnlichen Eunuchen standen. Diese lebten ein sehr ärmliches Leben, denn ihre monatliche Entlöhnung bestand aus 2 Silbertaels, 1
½Pfund Reis und 600 Kupferkäsch. Sie wurden sehr oft geschlagen, und im Alter lebten sie meistens in Armut und Einsamkeit. Am schlechtesten lebten die Sulas, die Putzsklaven. Sie starben oft den Hungertod.
Während der Ming-Dynastie arbeiteten rund 100‘000 Eunuchen in der verbotenen Stadt, zu Tze Hsis Zeiten immerhin noch 3‘000. Viele von den 3‘000 Eunuchen liefen, dann aber während der Revolution von 1911 davon, sodass Pu Yi nur noch 10 persönliche Eunuchen blieben. Am ganzen Hof arbeiteten 1922 noch 1737 Eunuchen, doch 2 Jahre später setzte Pu Yi den Massenexodus durch, sodass nur noch 200 persönliche Eunuchen im Dienst verblieben.
Die Eunuchen waren sehr abergläubisch und opferten deshalb mehrmals im Jahr Eier, Käse, Wein und andere Esswaren, obwohl dies für sie eine unglaubliche finanzielle Belastung darstellte. Ebenfalls entstanden durch ihr abergläubisches Denken, sehr viele Geistergeschichten, die bis heute in der chinesischen Kultur verankert sind.
Auf keinem anderen Königshof arbeiteten so viele persönliche Diener wie in der Verbotenen Stadt.
Wie es scheint, spielten die Eunuchen eine sehr wichtige Rolle, denn Pu Yi schenkt ihnen ein eigenes Kapitel in seiner Biographie. Die Generaleunuchen nahmen tatsächlich einen wichtigen Platz ein, da sie oft als seine Berater fungierten, was ihnen sehr viel Macht verlieh. Dies gab es wohl nicht an allen Könighöfen auf der Welt.
Ich finde es merkwürdig und bedenklich, dass es gewisse Eunuchen möglich war durch Erpressung und Korruption ein so grosses Vermögen anzuhäufen.
                                                                                                                                                                                                   
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Eunuch; http://www2.hu-berlin.de/sexology/ECD1/im_kindesalter.html; http://factsanddetails.com/china.php?itemid=43&catid=2&subcatid=2)

Montag, 7. November 2011

Chinesische Dynastien

Um bei der Autobiographie von Pu Yi, dem letzten Kaiser von China, folgen zu können, braucht man ein kleines Verständnis der chinesischen Geschichte.
Bereits zu Beginn der Bronzezeit entstand eine der ersten chinesischen Dynastien, die Xia-Dynastie, die dann durch die Shang-Dynastie abgelöst wurde. Die Shang existierte vom 16.-11. Jh. v.Chr. und aus dieser Zeit gibt es erste Überlieferungen.
Im 11. Jh. v.Chr. übernahm dann König Zhou das Zepter und regierte über den Zusammenschluss vieler kleiner Stämme. Später verlor der König jedoch an Macht und teilte das Gebiet in einen westlichen und einen östlichen Teil. Danach folgt eine Zeit, in der China in viele kleine Königreiche geteilt war.
Ungefähr 200 v.Chr. folgte die kürzeste Machtzeit einer Dynastie in der Geschichte Chinas. 221 v.Chr. übernahm die Qin-Dynastie die Macht und während den nächsten 15 Jahren machte die chinesische Kultur einen riesigen Schritt nach vorne. Eine erste einheitliche Schrift wurde etabliert und König Qin Shihuangdi liess im Norden kleine, bereits bestehende Befestigungsmauern zu einer grossen Mauer verbinden, um sein Reich vor den Nomaden und später vor den Hunnen zu schützen. 210 v.Chr. starb aber Kaiser Qin Shihuangdi und, um auch im Tod beschützt zu werden, liess er die berühmte Terrakottaarmee meisseln. Nach seinem Tod brach Chaos aus, das in einem kurzen Bürgerkrieg endete.
Bereits 207 v.Chr. kam der erste Han-Kaiser, dank des Bürgerkriegs, an die Macht. In der Zeit der Han-Dynastie erreichte die Ausbreitung Chinas eine neue Dimension. Doch auch die Han schafften es nicht, die immer wieder auflebenden Aufstände zu zerstören. 220 n.Chr wurde das Reich dann offiziell in die „3 Reiche“ aufgeteilt, doch weder die Königreiche noch die Jin-Dynastie schafften es, wieder Ruhe ins Reich zubringen.
1279 wird China ein Teil des mongolischen Weltreiches. Schon zu früheren Zeiten wurde China immer wieder von Mongolischen Völkern heimgesucht, deshalb wurde auch der erste Teil der chinesischen Mauer gebaut. 1368 wurde die Yuan-Dynastie durch die Bevölkerung Chinas gestürzt und die Ming-Dynastie regierte China für die kommenden 300 Jahre. Aus dieser Zeit stammen auch die Ming-Vasen und, um vor einem erneuten Eindringen der Mongolen geschützt zu sein, liessen spätere Ming-Kaiser die Chinesische Mauer auf den heutigen Stand bringen. Im 17 Jh. n.Chr. brach eine Bauernrevolte aus.
1644 gründeten die Mandschu die letzte Dynastie Chinas, die erst 1911 mit der Gründung der Republik Chinas endete. Als 5-jähriger wurde Pu Yi, der Adoptivsohn der Kaiserinwitwe Tze Hsi, die sich über 50 Jahre lang dank Staatsstreichen und Morden an der Macht halten konnte, zum Abdanken gezwungen. Und hier fängt die Geschichte des Pu Yi an…
                                                                                                                                                                                                   
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Chinas)

Montag, 5. September 2011

Pu Yi - Ich war Kaiser von China

Ich habe mich für dieses Projekt für das Buch von Pu Yi, dem letzten Kaiser von China, entschieden. Seine Autobiographie handelt von seinem gezwungenen Abdanken bis zu seiner Gefängniszeit.
Auf Pu Yi wurde ich aufmerksam, als ich in Amerika im Fach Weltgeschichte einiges über die chinesischen Königreiche und Kaiserreiche gelernt habe.